Effektiv, einfach… gefährlich?
Die Antibabypille im Faktencheck

Verletzungen bei Sportlerinnen sind nicht unüblich. Wenn der Grund dafür jedoch die Antibabypille zu sein scheint, sollte vielleicht doch zweimal hingesehen werden, bevor Sportlerinnen diese nutzen. Ein Interview mit einer deutschen Leichtathletin brachte den Stein ins Rollen und zeigte auf, dass besonders im Sportbereich Uneinigkeit über die Auswirkungen der Pille herrscht.

Die Antibabypille hat sich seit ihrer Zulassung in den 60er Jahren zum Verhütungsmittel Nummer 1 in Deutschland entwickelt. Immerhin gilt sie als unkompliziertes und effektives Medikament zur Verhinderung ungewollter Schwangerschaften. Ihren guten Ruf kann sie dennoch nicht wahren. Die Liste von Pillen-Kritikern ist lang und negative Erfahrungsberichte im Netz sorgen für zunehmende Unsicherheit. Ist sie vielleicht sogar gefährlich? Und was bedeutet das für Sportlerinnen? Die Antibabypille im Faktencheck.

Von Stefanie Asendorf und Stefanie Michallek

Die Antibabypille ist nach wie vor die beliebteste Methode zur Schwangerschaftsverhütung. Foto: pixabay.com

Sicher, einfach, effektiv – mit diesem Versprechen wirbt die Antibabypille und erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Seit ihrer Zulassung gilt sie als Sinnbild weiblicher Selbstbestimmung und Millionen Nutzerinnen vertrauen täglich auf ihre Wirkung. Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge verhüten allein in Deutschland etwa 55% der Frauen mit der Pille. Doch auch unter Jugendlichen ist das orale Kontrazeptivum sehr beliebt. Die Gründe für die Einnahme weichen dabei jedoch stark voneinander ab. Das eigentliche Ziel der Pille, nämlich die Linderung von Regelschmerzen und eine sichere Verhütung, rückt dabei oftmals in den Hintergrund. Stattdessen lassen sich Teenager häufig von angeblichen Zusatzeffekten der Pille verführen und erhoffen sich schönere Haare, reinere Haut und eine größere Oberweite. Dass das aber in der Regel völlig falsche Hoffnungen sind, ist vielen Teenies unklar. Sie betrachten die Pille eher als ein Lifestyle-Produkt und nicht als Medikament mit zahlreichen möglichen Nebenwirkungen. Ein leichtsinniger Umgang damit kann jedoch schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringen. Höchste Zeit also, der Pille auf den Grund zu gehen.

Die Pille(n) und ihre Wirkungsweise

Die Verhütungspille, die seit 1960 in den USA und seit 1961 in Deutschland zugelassen ist, gilt mit einem Pearl-Index von 0,1 bis 0,4 als ein sicheres und effektives Verhütungsmittel.

Der Pearl-Index gibt an, wie viel Prozent der Frauen, die genau ein Jahr lang mit diesem Mittel verhütet haben, schwanger werden. Je kleiner die Zahl ist, desto sicherer ist das Verhütungsmittel.

Die “eine Pille” gibt es jedoch nicht. Vielmehr existieren mehrere Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen und Hormonkonzentrationen. Man unterscheidet dabei zwischen Kombinationspräparaten und der sogenannten Minipille.
Kombinationspräparate trimmen den Zyklus auf einen 28-Tage-Rhythmus und unterdrücken den monatlichen Eisprung. Außerdem verdicken sie den Schleim am Gebärmuttereingang, sodass Spermien nicht eindringen können und hemmen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Kombi-Pillen enthalten sowohl Östrogen als auch Gestagen und lassen sich in Ein- und Mehrphasenpillen einteilen. Die einzelnen Phasen unterscheiden sich dabei in der Hormondosierung innerhalb des Monats.

Minipillen hingegen sind reine Gestagenpillen mit dem Wirkstoff Levonorgestrel. Sie können den Eisprung zwar nicht völlig verhindern, sorgen aber ebenfalls für Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, sodass Spermien nicht durchgelassen werden und eine befruchtete Eizelle sich nicht einnisten kann. Lediglich ein Präparat mit einer höheren Dosis des Gestagens Desogestrel hemmt auch den Eisprung. Die Minipille ist vornehmlich für stillende Frauen geeignet und diejenigen, die kein Östrogen vertragen.

Gestagen ist eine Art von Geschlechtshormon der Frau. Nach dem Eisprung bildet sich aus den verbliebenen Zellen der Hülle im Eierstock ein sogenannter Gelbkörper, der die Fähigkeit besitzt, Gestagene zu bilden. Sie haben schwangerschaftserhaltende Wirkungen, wie beispielsweise die Beeinflussung des Zervikalsekrets, des Eitransports und der Beschaffenheit der Gebärmutter. Östrogen ist die zweite Art von Geschlechtshormon der Frau. Sie werden im Eierstock, in der Plazenta sowie in der Nebennierenrinde gebildet. Außerdem sind sie an der Steuerung des Menstruationszyklus beteiligt und sorgen dafür, dass ein unbefruchtetes Ei im Eierstock heranreift.

Vorteile der Pille

Bei richtiger und regelmäßiger Einnahme verspricht die Antibabypille einen fast hundertprozentigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft und ist ab dem ersten Tag der Einnahme sofort wirksam. Diese bequeme und einfache Anwendung ist ein Grund dafür, weshalb die Antibabypille nach wie vor an der Spitze der Verhütungsmittel steht. Weiterhin verspricht sie eine gute Zykluskontrolle, da die Pille diesen auf einen immer gleichmäßigen Rhythmus trimmt. Die Blutung, die während der eingerechneten Pillenpause auftritt, ist in den meisten Fällen schwächer und kürzer als die Monatsblutung ohne Pilleneinnahme, wodurch auch mögliche Unterbauchkrämpfe gelindert werden können. Viele Sportlerinnen setzen ebenfalls auf die Pille, um zyklusbedingte Beschwerden und daraus resultierende mögliche Leistungsschwankungen zu verhindern. Zudem können Sportlerinnen im Bedarfsfall ihre Regelblutung mithilfe der Pille vorverlegen oder hinausschieben. Das ist vor allem bei Wettkämpfen praktisch, da somit die ungünstigen körperlichen Effekte der Menstruationsphase ausgeschlossen werden können.

Durch die Einnahme des oralen Kontrazeptivums verbessert sich in den meisten Fällen außerdem das Hautbild vieler Frauen. Vor allem bei Mädchen und jungen Frauen kommt es häufig zu einem hormonellen Ungleichgewicht im Körper, da neben weiblichen auch männliche Sexualhormone gebildet werden. Aufgrund eines erhöhten Spiegels männlicher Geschlechtshormone im Körper entstehen häufig Hautunreinheiten. Durch die Einnahme weiblicher Hormone, wie sie in der Pille zu finden sind, kann der Hormonhaushalt wieder ausgeglichen werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Doch auch wenn die Verhütungspille den Frauen ein neues Lebensgefühl und neue Freiheiten geschenkt hat, ist sie dennoch mit Vorsicht zu genießen und sollte keinesfalls als reines “Lifestyle-Medikament” eingenommen werden. Wer sich die Beipackzettel der Pille durchliest, stößt nämlich auf eine ganze Reihe von möglichen Nebenwirkungen. Mitunter kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen, doch auch ein erhöhtes Thromboserisiko, Hirnschläge, Herzinfarkte, Lungenarterienembolien, Gelbsucht, steigendes Körpergewicht, Abnahme der Libido, Kopfschmerzen, Spannungsgefühle in der Brust, Stimmungsschwankungen und Leberschäden können Folgen einer Einnahme sein. Besonders das Thromboserisiko wurde in den vergangenen Jahren häufig thematisiert und in mehreren Studien untersucht. Der Pillenreport der Techniker Krankenkasse (TK) kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass Kontrazeptiva der 3. und 4. Generation, also neuere Pillen, im Vergleich zu ihren Vorgängern ein deutlich höheres Thromboserisiko aufweisen.

Seitdem die Antibabypille 1961 in Deutschland auf den Markt kam, ist sie stetig weiterentwickelt worden. Je nach Zeitpunkt und Entwicklung werden die Kontrazeptiva in verschiedene Generationen eingeteilt. Pillen der 1. Generation enthielten noch große Mengen an Östrogen. Pillen der 2. Generation enthielten Östrogen nur noch im Mikrogrammbereich und wurden mit dem Gestagen Levonorgestrel kombiniert. Die neuesten Pillen der 3. und 4. Generation bestehen aus neu entwickelten Gestagenen wie beispielsweise Desogestrel. Diese sollen angeblich besser verträglich sein.

Dennoch wird im Report deutlich, dass in den meisten Fällen zwischen 2011 und 2013 “der Wechsel von einem Präparat mit bekannt niedrigem Risiko zu einem Präparat mit höherem oder unklarem Risiko” erfolgte. Auch die 20-jährige Lina Decker* nimmt seit fünf Jahren eines dieser Präparate. Über mögliche Nebenwirkungen und das höhere Thromboserisiko wurde sie damals jedoch nicht aufgeklärt. “Meine Ärztin hat mich im Gespräch nur darauf aufmerksam gemacht, dass trotz Pilleneinnahme ein geringes Schwangerschaftsrisiko besteht. Außerdem hat sie gesagt, dass die Pille gut gegen Pickel helfen wird.” Doch Lina Decker ist kein Einzelfall. Viele junge Mädchen bestätigen, dass ihre Gespräche bei der Frauenärztin nur wenige Minuten gedauert und diese sie dabei lediglich auf die Vorzüge der Pille hingewiesen hätten. Die Nebenwirkungen könne man schließlich auf dem Beipackzettel nachlesen.

Auswirkungen der Pille auf Sportlerinnen

Obwohl schon viel über die Wirkungsweise der Pille bekannt ist und teilweise Studien zu einzelnen Nebenwirkungen veröffentlicht worden sind, weiß man längst noch nicht alles über das Kontrazeptivum. Was beispielsweise bislang unterschätzt und nur unzureichend in bisherigen Studien thematisiert wurde, sind die Auswirkungen der Pille auf Sportlerinnen. Lediglich eine Studie von Wissenschaftlern der Texas A&M University und der University of Pittsburgh aus dem Jahr 2009 lässt erahnen, dass die möglichen Folgen wesentlich weitreichender sein könnten als angenommen. In der Studie wurden 73 Frauen im Alter von 18 bis 31 in zwei Gruppen eingeteilt und mussten ein 10-wöchiges Ganzkörper-Krafttraining absolvieren. Die erste Gruppe bestand aus 34 Frauen, die die Verhütungspille einnahmen und 39 Frauen, die diese nicht einnahmen. Alle Frauen mussten zusätzlich dazu täglich mindestens 0,5 Gramm Protein pro Kilogramm ihres Körpergewichts zu sich nehmen, um das Muskelwachstum zu fördern. Die Teilnehmerinnen trainierten drei Mal die Woche, wobei ihnen jeweils vor und nach dem Training Blut abgenommen wurde, um die anabolen und katabolen Hormonlevel zu messen.

Anabol bezeichnet die muskelaufbauenden Vorgänge, katabol die muskelabbauenden.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass das Muskelwachstum der Frauen, die mit der Pille verhüteten, 60% geringer ausfiel als bei den Frauen ohne hormonelle Verhütung. Weiterhin wurde bei der ersten Gruppe eine erhöhte Konzentration an Cortisol im Blut festgestellt. Bei Cortisol handelt es sich um ein Stresshormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird und das sich negativ auf den Muskelaufbau auswirkt. Es löst Glucose und Aminosäuren aus den Muskeln, um dem Körper mehr Energie zur Verfügung zu stellen. Dabei verringert sich jedoch die Muskelmasse.

In Studien am Institute of Sports Medicine in Kopenhagen aus dem Jahr 2011 wurden weitere mögliche Effekte der Pille auf den Muskelaufbau festgestellt. In der Studie führten 23 Frauen Kickübungen mit den Beinen aus. Elf von ihnen nahmen in dieser Zeit ein Kombinationspräparat mit Ethinylestradiol zu sich.

Ethinylestradiol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Östrogene und ein abgeleiteter Stoff des weiblichen Sexualhormons Estradiol. Es wird als Medikament hauptsächlich zur Empfängnisverhütung und zur Hormonersatztherapie angewendet. Das Hormon wird dabei oft mit einem Gestagen kombiniert, um den Eisprung zu unterdrücken.

Am nächsten Tag wurde die myofibrilläre Proteinsynthese-Rate (MPS) gemessen. Myofibrillen sind Bestandteil der Skelettmuskulatur und bilden die Muskelfasern. Bei der Proteinsynthese werden neue Proteine in den Zellen gebildet, in diesem konkreten Fall Proteine in Muskeln. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass die Verhütungspille einen negativen Effekt auf die Synthese (das Zusammensetzen) von Sehnen- und Muskelkollagen ausüben.

Kollagene stellen eine Gruppe von Proteinen dar, die etwa ein Viertel der Gesamtproteinmenge des Körpers ausmachen. Kollagen ist entscheidend für die Stabilität von Sehnen – diese sind die Verbindung zwischen Muskel und Knochen und setzen somit die Kontraktion von Muskeln erst in tatsächliche Bewegung um.

Die verminderte Kollagensynthese reduziert zum einen die Anpassungsfähigkeit des Bewegungsapparates gegenüber Belastung durch Widerstandstraining (Gewichtstraining). Zum anderen erhöht sich dadurch auch das Verletzungsrisiko beim Sport und der Heilungsprozess nach sportbedingten Verletzungen kann länger dauern. Weiterhin wurde festgestellt, dass die Einnahme der Verhütungspille die Bildung von myofibrillärem Protein vermindert. Weniger Myofibrillen bedeuten somit entsprechend weniger Muskelkraft.

Myofibrillen sind Funktionseinheiten der Muskelzelle, die dieser eine aktive Verkürzung (Kontraktion) ermöglichen. Der Muskel kann sich also ziehen und eine Bewegung ausführen.

In einem Gespräch mit einer Berliner Leichtathletin, die anonym bleiben möchte, kam heraus, dass sie bereits unter ähnlichen Nebenwirkungen der Verhütungspille litt. 2015 brach sie sich aus ihr unerklärlichen Gründen das Sprunggelenk. Eine Verletzung, die laut der Athletin sehr selten in ihrer Disziplin auftritt. Ihre Ärztin stellte schließlich fest, dass der Grund der Verletzung auf die Pille zurückzuführen war, welche die junge Sportlerin erst seit einem Jahr einnahm. Doch das waren nicht die einzigen Nebenwirkungen, die sie zu spüren bekam. “Ich war beim Training nicht sprintig genug, war ziemlich oft müde, das Training fiel mir unheimlich schwer und ich konnte mich schlecht konzentrieren”, erinnert sie sich. Dazu kamen starke Wassereinlagerungen, die notgedrungen zu einer Reduzierung des Trainings führten. 2016 folgte dann die nächste Verletzung: ein Muskelbündelriss im Oberschenkel. Da es einige Zeit dauert, bis die Pille richtig abgebaut ist, könnte auch diese Verletzung in Zusammenhang mit der Pille stehen.

Mangel an aussagekräftigen Studien

Erschreckenderweise gibt es nach 2009 jedoch keine weiteren bekannten Studien, die sich mit dem Thema der möglichen Nebenwirkungen auf Knochen und Muskeln gesunder Athletinnen auseinandersetzen. Es existieren lediglich Studien, die diese Auswirkungen an bereits erkrankten Athletinnen untersuchen. Beispielsweise werden die positiven und negativen Wirkungen der Verhütungspille auf Athletinnen mit Amenorrhoe getestet. Amenorrhoe ist das Ausbleiben der Menstruation und eine der am häufigsten auftretenden Störungen der Regelblutung. Diese geht mit einigen möglichen Folgen einher, wie beispielsweise Knochenschwund, Osteoporose und Störungen der kognitiven Fähigkeiten. Kommen betreffende Studien also zu dem Ergebnis, dass es zu weiterem Knochenschwund oder sogar Verbesserungen der Knochendichte nach Einnahme der Verhütungspille kommt, ist nicht sicher, in welchem Maße die Amenorrhoe mit hineinspielt.

In einem Rezensions-Artikel namens “Obstacles in the Optimization of Bone Health Outcomes in the Female Athlete Triad” aus dem Jahre 2011 heißt es, dass viele Ärzte aufgrund von zu wenig Studien und Informationen bezüglich der Wirkungsweise von Hormonpräparaten auf Muskeln und Knochen von Athletinnen davon Abstand nahmen, diese damit zu behandeln. Weiterhin wird wiederholt aufgezeigt, dass die Meinungen bezüglich Hormongabe und möglicher Nebenwirkungen stark auseinandergehen, was ebenfalls mit der geringen Informationsmenge einhergeht.

Weiteres Vorgehen

Es wird somit also deutlich, dass im Bereich der hormonellen Verhütungs-Forschung und Aufklärung mehr geschehen muss. Viele Ärzte und Experten wollen sich zum Thema Nebenwirkungen nicht äußern oder wollen namentlich nicht genannt werden. Zu groß ist die Angst vor Falschinformationen und deren Folgen. Selbst betroffene Sportlerinnen wollen unerkannt bleiben und nicht öffentlich mit dem Thema in Verbindung gebracht werden. Möglicherweise spielt bei einem so intimen Thema auch Scham eine Rolle und die Angst, erneut als das schwächere Geschlecht dargestellt zu werden. Außerdem besteht eventuell die Befürchtung, Sponsoren negativ aufzufallen, wenn das Thema öffentlich groß aufgezogen wird. Immerhin trainieren vor allem Leistungssportlerinnen lange und intensiv, um ihren Träumen näher zu kommen. Sie gehen an ihre Grenzen, denn nur die Besten der Besten schaffen den Durchbruch – in den meisten Fällen mithilfe ihrer Sponsoren. Wenn diese also mitbekommen, dass die zu unterstützende Sportlerin bereits mit leistungseinschränkenden Problemen zu kämpfen hat, denken sie über ihre Investition vielleicht zweimal nach. Dies zu riskieren bedarf einer Menge Mut, vor allem, wenn die potenziellen Nebenwirkungen der Pille noch gar nicht richtig bewiesen sind. Es fehlen aktuelle Langzeitstudien, die genaue Auswirkungen auf den weiblichen Körper belegen. Denn wer die Pille einnimmt, sollte wissen, wie die möglichen Folgen nicht nur nach wenigen Wochen oder Monaten aussehen könnten, sondern auch nach mehreren Jahrzehnten. Vor allem Jugendliche sollten von ihren Gynäkologen nicht nur über die Vorteile der Pille aufgeklärt werden, wenn der heutige Forschungsstand zeigt, dass die möglichen Nebenwirkungen riskant sein könnten. Viel eher sollten die Ärzte Alternativen neben der hormonellen Verhütung aufzeigen, bei denen die möglichen Nebenwirkungen im Detail bekannt sind. Erst nach genauer Aufklärung aller möglichen positiven und negativen Nebenwirkungen sollten sich die Frauen für die Schwangerschaftsverhütung ihrer Wahl entscheiden.

*Der Name wurde von der Redaktion geändert.