Training, Uni, Hobbys – So hart ist der Alltag als Leichtathlet

Leo Köpp ist Nachwuchsathlet beim LG Nord Berlin. Man mag vielleicht zuerst schmunzeln, wenn man hört, dass seine Disziplin das „Gehen“ ist. Aber dieser Sport ist deutlich anspruchsvoller als man im ersten Moment denkt. Denn sein „Gehtempo“ ist schneller als das vieler Jogger.

Von Charlotte Bauer

Sein Tagesablauf ist durchgetaktet, alles minutiös organisiert. Wir haben den 20-jährigen einen Tag lang vom Aufstehen bis zum späten Abend begleitet und seinen harten Alltag dokumentiert:

05:30 Uhr – Der Wecker klingelt. Die meisten Menschen liegen um diese Uhrzeit für gewöhnlich noch gemütlich im Bett und schlafen. Allerdings nicht Leo Köpp: Denn für ihn ist es jetzt schon Zeit zum Frühstücken. Eine Schale Müsli soll genug Energie liefern für das bevorstehende Training.

05:45 Uhr – Damit er das Frühstück noch in Ruhe verdauen kann, legt Leo sich vor dem bevorstehenden morgendlichen Training noch mal kurz schlafen.

07:00 Uhr – Jetzt wird es aber Zeit. Sportsachen schnell angezogen und ab zum Training. Ein Glück wohnt Leo im Athletenwohnheim direkt auf dem Sportforum, sodass er keinen langen Weg hat.

07:30 Uhr – Frühsport am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Draußen ist es noch kalt, aber so langsam wird es hell und unser Nachwuchsathlet startet wie gewöhnlich mit 15 Kilometer Gehen in den Tag. Für ihn ganz normal.

08:30 Uhr – Wie die meisten anderen Studenten auch macht Leo sich anschließend fertig für die Uni. Denn neben dem Leistungssport studiert er Jura an der Humboldt Universität in Berlin.

09:00 Uhr – Zur Uni geht’s auch sportlich, mit dem Fahrrad. Zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter.

09:30 Uhr – Los geht es mit der ersten Vorlesung.

14:00 Uhr – Endlich mal eine kurze Verschnaufpause. Perfekte Gelegenheit also für Mittagessen in der Mensa. Aber auch das darf nicht zu lange dauern.

14:30 Uhr – Genug entspannt. Weiter geht es zum Sportforum.

15:30 Uhr – Um gleich beim Training die beste Leistung erzielen zu können, bereitet Leo sich schon mal darauf vor, indem er zum Beispiel barfuß rumläuft.

16:00 Uhr – Zeit für das Tempotraining mit seiner Trainingsgruppe und dem Trainer.

18:00 Uhr – Schnell fertig gemacht und gleich weiter zur Tanzstunde.

19:00 Uhr – Ab auf die Tanzfläche: Tanzen ist für Leo ein guter Ausgleich zum Training. Obwohl er sich auch hier sportlich betätigt.

20:45 Uhr – Und der Tag ist noch lange nicht vorbei: Es geht weiter zum MeetUp der Studienstiftung des deutschen Volkes.

21:15 Uhr – In der Freya Fuchs Bar trifft Leo sich mit den anderen Stipendiaten. Es wird getrunken, gelacht, geredet und diskutiert.

23:00 Uhr – Jetzt ist es an der Zeit nach Hause zu fahren. Der Tag war lang und morgen geht es wieder früh los.

Müdigkeit merkt man Leo kaum an. Egal ob um 5 Uhr morgens oder um kurz vor Mitternacht: Der 20-jährige hat immer ein Lächeln auf den Lippen, ist voll konzentriert und keineswegs gestresst. Und das heute war noch nicht mal alles, was er in seiner Zeit unterbringt. Denn Leo hat zum Beispiel auch eine musikalische Ader, er spielt Trompete. Es ist ein Leben, das an Grenzen bringt: körperlich, psychisch, vor allem aber organisatorisch. Doch trotz allem ist es für Leo genau das Richtige.